Freitag, 11. april 2008

Wer hat gesagt, schlafen kann jeder? Das klingt nach Leichtigkeit, schon gar genetisch vorbestimmt. Wahrscheinlich isses sogar so gedacht, dass der Mensch einfach mal so schläft. Soll ja gesund sein. Warum ich allerdings zu der Sorte Mensch gehöre, die lieber Wach bleiben, und sich von einer Ecke in die Andere drehen und selbst bei den größtmöglichen Anflügen von psychischer Erschöpftheit kein Auge zumachen können, weiß ich nicht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass mein Körper mittlerweile andere Wege gefunden hat, um auch mich in eine Art Ruhephase zu versetzen, damit meine Organe und vor allem die Nerven eine anständige Prise Silenzia genießen dürfen. Das nennt man dann Tagtraum. Passiert überall. Das sind dann die Leute, die im Radio als Geisterfahrer bezeichnet werden und Angst und Schrecken verbreiten. Gott sei Dank, schaltet sich mein Gehirn immer noch von selbst an und somit gehöre ich nicht zu dieser Risikotruppe. Aber anscheinend, leiden einige unter Schlafmangel.

 

Da ich des Nachts ja nicht schlafen kann, muss ich meine Tiefschlafphase auf morgens verschieben, wenn mein Geist dann so richtig im Arsch ist, und die Traumphase einige Überraschungen bereit hält. Dafür ist auch diese Kategorie gedacht. Einmal, damit ich schwarz auf Weiß endlich festhalten kann, was mein Gehirn mir nachts für grauenhafte Bilder übermittelt, zweitens damit sich der Rest daran belustigen kann.

 

Den ersten fabulösen Traum meines Lebens hatte ich vor unendlich vielen Jahren, aber ich kann mich heute noch genauso daran erinnern, wie damals am Tag danach. Ich hätte es niemals meiner Familie erzählen sollen, denn ich werde heute noch veräppelt, öffentlich, hinterlistig, gefolgt vom größten Gelächter. Die wissen genauso wie ich, dass der Traum ein höheres Zeichen meines psychischen Status war und so lachte man wohl lieber, als sich tatsächlich Gedanken über meinen Zustand zu machen. Ich träumte ich sei ein Radieschen und wurde irgendwann von einem Riesen auf einer Wiese aufgegabelt. Dieser Riese hatte nichts besseres zu tun, als ein Stück von mir abzubeißen. Dann warf er mich weg und ließ mich abgebissen da liegen.

 

Wie es sich so anfühlt ein Gemüse zu sein und Opfer einer so niederträchtigen Aktion zu werden, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich Radieschen seither mit anderen Augen betrachte und ich habe seit damals auch keine mehr gegessen. Woran das wohl liegt? Gottlob träume ich nicht mehr davon aufgefressen zu werden, aber so von der Grundsubstanz sind alle Träume gleich. Irgendwie bin ich immer der Depp.

 

von Odie veröffentlicht in: Mitten in der Nacht
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