Freitag, 30. mai 2008

Wahnsinn! Das war mein erster Gedanke, als ich neulich wiedereinmal mitten in der Nacht von einem Traum erwachte und mich fragte, woher mein Kopf diese Bilder hat. Ich träumte von Tibet, obwohl ich niemals in Tibet war. Ich träumte selbstverständich passend dazu, dass alle Menschen um mich herum Chinesisch sprechen. Ich träumte von einer sehr ausgeprägten Berglandschaft. Viele schneebedeckte Berge am Ende der Welt, so schien es. Ein merkwürdiges vereinsamtes Gebiet, in dem sich ausser mir und dem Rest der Expeditionsmannschaft, die zwischen den Bergen herumkraxelte, niemand existierte. Ich träume recht detailliert. Ein Berg ist nicht einfach nur ein hohes graues Ding im Bildhintergrund, ein Berg wird realistisch im Traum dargestellt, so dass jeder, der diesen Traum sehen könnte (schade, dass nicht), den Berg auch als Berg erkennt.  Manchmal scheint mir in manchen Träumen, dass ich die Dinge ein wenig zu detailliert träume. Sprich, durch die vielseitigen Handlugnsstränge und der genauen Darstellung der Umgebung habe ich hinterher immer das Gefühl, als sei ich wirklich an diesem Ort gewesen. Als müsste ich all die Menschen kennen, die in meinen Träumen vorkommen. Da wird man selbstverständlich neugierig und nutzt in der heutigen Zeit die Mittel und großen Weiten des World Wide Web um sich Bilder anzuschauen, und vielleicht ein Bild zu finden, dass die Umgebung ungefähr wiederspiegelt.

Wahnsinn! Das war mein zweiter Gedanke, beim Fund einiger Fotos eines Schweizer Bergsteigfans im Internet.
Niemand kann in meinen Kopf schauen und die Bilder sehen, die ich gesehen sehe. Umso schöner, dass Menschen Fotos von einem Ort gemacht haben, den ich niemals, zumindest nicht in diesem Leben, gesehen haben kann. So habe ich anscheinend tatsächlich von der Umgebung des Himalaya geträumt, obwohl ich noch nie auch nur in die Nähe des Himalaya und von Tibet, "dem Dach der Welt" gekommen bin. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern schon einmal in Tibet waren und mir auch einige Bilder gezeigt haben, allerdings andere Bilder.

Also diese Bilder sollen eigentlich nur die Vorstellungskraft anregen, bzw helfen die Bilder in meinem Kopf deutlicher zu machen. Es sah wirklich exakt genau so aus.

Zum Traum: Ich war Mitglied einer Expeditionstruppe. Wir stampften also den ganzen Tag Berge hoch und wieder runter. Ausser mir war noch eine weitere Frau in der Gruppe dabei, eine Chinesin, die auch einen Namen hatte, den ich allerdings nicht mehr weiß.
Sie und ich kannten uns wohl schon recht gut, zumindest redeten wir sehr viel miteinander. Sie war wohl Anfang 20. Wir liefen lange in der Gruppe bis ein Schneesturm uns von den anderen abschnitt. Daraufhin warteten in den Bergspalten oder wie man das nennt, auf ein Ende der stürme und konnten ziemlich lange nichts essen und trinken. Zudem war es eisig kalt. 
Nach ein paar Tagen wohl sind wir dann zu zweit alleine weitergegangen und wir sind dann an ein kleines dorf gekommen. Dort mussten wir dann zusehen, wo wir eine bleibe herbekommen und die Menschen waren wohl auch sehr misstrauisch, weil ich keine Chinesin war. Wir blieben dort allerdings nicht lange, weil wir uns ein eigenes Haus hätten bauen müssen.
Den Rest der Gruppe haben wir leider nicht mehr gefunden und so blieb uns nichts anderes übrig als alleine über die großen Kletscherspalten zu klettern. Wir kamen an eine Höhle und liefen hinein, um uns kurz auszuruhen. Dort fand dann, seltsam aber wahr, eine riesen Party statt.  Viele Frauen liefen herum, keine Chinesinnen komischerweise, darunter aber einige Bekannte von mir. Ich durfte nicht in die Höhle hinein, weil ich kein Blumenkleid anhatte, also musste ich erst noch meine Kleidung wechseln. Woher ich dieses lila-gelbe Blumenkleid plötzlich hatte, weiß ich nicht, aber ich sah aus, wie ein Stepford Mädel. Ich fand die Party wohl nicht so toll, ich bin später dann kurz abgehauen und habe in kürzester Zeit draussen im Schnee den heiligen Gral gefunden, in Tibet, wo auch sonst :-) Ich wurde dann gefeiert und nach einigen Tagen in dieser komischen Partyhöhle gingen wir weiter. Allerdings begleiteten uns ein paar Jungs und Mädels, die ebenfalls in der Höhle waren. Wir liefen durch ein Gesteinslabyrinth, das laut den Legenden, die mir einer auf dem Weg dorthin erzählte, kaum jemand wieder verlassen hat. Von oben sah dieses Gesteinslabyrinth einfach aus, innen drin war es aber eigentlich ein Unding wieder herauszufinden.


Auch ich hatte es wohl nicht geschafft,zumindest war das Abschlussbild einem Bild aus "Die Geisha" sehr ähnlich. Das Chinesische Mädchen, mit dem ich solange unterwegs gewesen war, hatte meinen heiligen Gral in der Hand und schaute vom Himalaya auf das Labyrinth herunter (ein Ding der Unmöglichkeit, aber gut) und gravierte meinen Namen in den Gral ein.

von Odie veröffentlicht in: Mitten in der Nacht
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