Dienstag, 18. märz 2008
Kritisch beäugt, aber dennoch, vielleicht auch aus Verzweiflung, von den Massen genutzt: Das Stasi-Vz, … äh Studi-Vz. Der Überwachungsstaat lässt grüßen. Ja Stalken ist jetzt ja keine Kunst mehr. Für alle dies nicht wissen: 
Mittlerweile kann man auf einer interaktiven Plattform, ach was red ich mittlerweile sind’s ja quasi 3 oder 4 oder mehr Plattformen (Studi-vz, Schüler-vz, Mein-Vz und und und) regen Kontakt mit bekannten oder eben auch unbekannten Menschen führen. Man kann ihnen anzügliche, oder eben auch harmlosere Nachrichten schicken, sie auf bösartigen Fotos verlinken, ihre Pinnwand mit allerlei schwachsinnigen Statements vollklatschen oder einfach nur gruscheln. Einfach nur gruscheln, gibt’s ja so in der Originalform gar nicht mehr. Gruscheln, eigentlich als Mischform des online Grüßens und Kuschelns gemeint, ist seit einiger Zeit der Freibrief Unbekannte auf die eigenen sexuellen Hintergedanken aufmerksam zu machen. Dies sollte man durchaus mit Bedacht tun, denn die Menschen sind sehr sehr misstrauisch geworden. Apropos Misstrauen. Ja eigentlich, war’s wohl mal so gedacht, dass Vertraute, oder eben Bekannte Menschen, einander Mitteilungen schicken können, bzw. Kontakt halten, oder auch neue Leute für Lerngruppen oder so finden, man betone „oder so“. Zur Zeit allerdings ist der große „Wer hat die meisten „Freunde“ auf der Liste“ -Kampf entstanden, so habe ich durchaus schon bei diversen Personen mehr als 300 Kontaktpersonen gezählt. Die Wahrscheinlichkeit für solch eine Beliebtheit ist eigentlich nicht sehr hoch, bzw. glaube ich zumindest nicht an ganz so viel „Freundschaft“ auf der Welt, also geht’s wohl tatsächlich nur ums Suchen und Finden und möglichst schnell „adden“. Worauf ich aber eigentlich beim Thema Misstrauen hinaus wollte, sind die großartigen Einstellungen für „Privatsphäre“, die immer wieder überarbeitet werden, so dass man sich in dem großen Trubel aus Mitstudivzlern (dieses Wort muss gewählt werden zum Wort 2008) einige besondere auswählen kann, die in den vollen Genuss der eigenen Kontaktdaten und Persönlichen Veröffentlichungen kommen. So kann man seit Anbeginn der Zeit zum Beispiel fröhlich die Seiten anderer ausspionieren, ohne dass davon jemand was mitbekommt. So was nervt natürlich, obwohl ja stets die Devise gilt „Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß“ aber letztlich kennt man sich ja selbst und die eigene Neugier. Wenn man also selbst schon mal stalken „musste“, hat man sehr schnell die virtuelle Phantasie ebenfalls Opfer zu sein. Was ja auch meistens stimmt. Damit die Opfer selber entscheiden können, was man in Zukunft stalken darf, gibt es, meine Güte wie kann man sich anstellen, seit Neuestem, diverse Einstellungen nach denen man festlegen kann, was der Stalker zu Gesicht kriegt. Die Fotos, die Kontaktdaten, die Pinnwand, die Freundeliste etc. Also entweder man gibt den Weg frei für satte Stalkerei vom Feinsten, oder man versteckt sich in der „Geht dich garnix an“- Höhle und verdirbt damit jedem den Spaß. Wenn jemand schon die Dreistigkeit besitzt, mir auf meine Pinnwand zu klecksen, dann will ich auch wissen wie alt dieser Mensch ist, bzw. die Nacktfoto sehen, die seine Freunde nett wie sie sind, mal online gestellt haben. Höchst schwierig wird die Stalkerei ja dann, wenn Menschen, so wie ich, meinen den richtigen Namen durch merkartige Buchstabenkombis oder äußerst phantasievolle Wunschnamen zu verschleiern. Dann kann man eigentlich so viel suchen wie man will, es hilft alles nix. Da hilft dann eigentlich nur noch hacken. Aber soweit will ja keiner gehen. Glaub ich. Hoff ich. …. Das lass ich mal so im Raum stehen, bzw. im Blog.
Um das Misstrauen perfekt zu machen, kann man ebenfalls seit neulich die Verlinkerei auf den Spassbremsenhöhepunkt bringen. Wenn man das Verlinke leid ist, ja ich bin’s ja auch, aber meine Güte, genügt ein Häkchen auf „Keiner darf mich mehr verlinken, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis“. Somit wird selbst das für einen hinterlistigen Verlinker zur Tortur, da hat man so schöne Fotos gemacht…Aber scheinbar stehen die Menschen so gar nicht, zu ihren eigens zu verantwortenden Fehltritten, oder auch nicht fotogenen Gesichtern. Ich habe mich mehr als einmal fast zu Tode geärgert, als ich wieder einmal eine abgrundtief schändliche Verlinkung entdecken musste, mich aber im Gegenzug dazu ebenso halb tot gelacht, als ich eine nicht weniger schändliche Verlinkung ausgeführt habe. Freunde sind halt schon das letzte. Und wenn man seinen eigenen Freunden nicht mehr trauen kann…ja dann sollte man schleunigst so viele Privatsphäreeinstellungen wie möglich ändern, damit nicht mal mehr die, deine Seite anschauen können…aber Moment die Einstellung gibt’s ja noch gar nicht. Da hilft nur eins…sich so viele Persönlichkeiten wie möglich ausdenken, alle „immatrikulieren“ und viele richtig tolle Bilder von einem selber machen. Dann kann man sich auf den schönsten Fotos verlinken oder eben nicht, die Freundeliste ist voll, je nachdem wie viel Arbeit bzw. Phantasie man sich machen will. Natürlich ist alles nur für die Freunde sichtbar und die Pinnwand ist voll von eloquenten Einträgen oder eben nicht. Vielleicht gibt’s so was dann bald in der Plattform Nummer ? genannt „Schizo-vz“, mit Privatsphäre Einstellungen für Fortgeschrittene und der mit den meisten Freunden gewinnt dann laut Banner einen Mercedes ML500 mit getönten Scheiben oder eben einen Panzer, da sieht man garantiert nichts mehr von der Persönlichkeit.
 
von Odie veröffentlicht in: Allgemein
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