Das Jahr 2008 endete natürlich genauso wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Obwohl ich letztes Jahr
Gott sei Dank keine vorweihnachtlichen Familienstreitigkeiten erleben musste, so stimmte mich anstelle meine Uni, oder besser das allseits gefürchtete Prüfungsamt auf die Weihnachtsstimmung ein.
Kurz vor meinen wohlverdienten Ferien bekam ich die Hiobsbotschaft, dass das Thema meiner Abschlussarbeit dringendst eingereicht werden müsste, samt der Bestätigung meines Prüfers und allerlei
Drulalala Bestätigungen die mit einem erfolgreichen Antrag verbunden sind. Nun denn überließ ich die alljährliche Entscheidung über die Geschenke für meine Eltern vollends in den Händen meiner
Schwester und dachte mir innerhalb einer Woche ein halbwegs akzeptables Thema für meine Bachelor-Thesis aus. Das klingt einfacher als es ist. Hier geht es nicht nur darum, ein Thema zu finden,
das schon vom Hören-Sagen in jedem Dozenten die Lust weckt eine 1,XX drunter zu schreiben. NEIN! Durch die etwas umständliche Handhabe, nur eine geringfügige Anzahl Bücher in eine Bibliothek zu
stellen, so dass der Bestand grundsätzlich niemals ausreicht um eine Vielzahl Geisteswissenschaftsstudenten zufrieden zu stellen, sollte das Thema ebenso Möglichkeiten bieten, die meisten, ach
was rede ich DIE WICHTIGSTEN Bücher direkt in der örtlichen Bibliothek ausleihen zu können. Das ist mir selbstverständlich nicht gelungen, aber ich habe, zumindest literaturwissenschaftlich
gesehen, einen großen Bogen um etwaige Feministen-Themen gemacht, die von Frauen so gerne überanalysiert werden. Ob mir das nun teuer oder billig zu stehen kommt, ist noch nicht raus, zumindest
aber habe ich es bewerkstelligen können noch vor Jahresende den Antrag samt Unterschrift eines Prüfers und allerlei Drulalala Bestätigungen im Prüfungsamt abzugeben und meine wohlverdienten
Ferien in Angriff genommen.
Kaum wieder in Bayreuth angekommen, kam ich dann in leichte Bedrängnis, da mir klar wurde, dass tatsächlich aber auch wirklich nicht ein einziges brauchbares Buch in der Bibliothek steht. Selbst
nach dem ich aufgegeben hatte, den Computer mit Schlagwörtern zu füttern und das hundertste mal Graham Greenes seltsame Geschichten als Vorschlag kam, und ich ohne Notationen einfach durch die
Bibliothek schlenderte und hoffte das Buch der Bücher würde mir von weitem zurufen, grün aufleuchten oder aus dem Regal fallen fand ich rein garnix. Kein Buch, kein Journal, keine geheimen
Botschaften an den Wänden, die mir den Weg in die Unikatakomben wiesen, wo sich die wahrlich guten und brauchbaren Bücher befinden (Ich bin mir sicher, die gibt es!). Nicht einmal einen Ausgang
aus der Matrix. Somit war ich leider gezwungen einige Bücher über den Bibliotheksverbund zu bestellen, die im Schneckentempo in der Bibliothek eintreffen. Gott sei dank ist das alles ja gar nicht
eilig. So war ich schon beim Einreichen meines Antrags für die Abschlussarbeit so schlau sie erstmal zu verschieben. Stattdessen habe ich einen Auslandstrip nach London und Paris vorgezogen und
dort fleißig nach möglichen Ideen für die Arbeit gesucht. Gott sei Dank habe ich auch einige gefunden. Nichts desto trotz stand der 01. Mai als Bearbeitungsstart fest und ich musste endlich
gescheite Bücher suchen bzw. finden. Meine Panik, dass die Bücher, die selbstverständlich nicht einmal in der Bibliothek einer anderen Universität, sondern vorerst noch in den Händen
irgendwelcher Studenten sind, sind insoweit berechtigt als, dass zumindest 2 der Bücher noch bis Mitte Mai verliehen sind. Aber selbst jetzt hat irgendeine Höhere Macht noch Gnade mit mir. Statt
der Bücher sendete mir die betriebswirtschaftliche Fakultät die glorreiche Nachricht, dass ich eine Klausur wiederholen muss und somit hatte ich einen guten wenn auch ärgerlichen Grund meine
Bearbeitungszeit erneut zu verschieben. Nun kann ich nur hoffen, dass die Bücher bald in meinen Händen sind. Und, dass es gute, brauchbare Bücher sind.
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