Freitag, 1. mai 2009
 

Das Jahr 2008 endete natürlich genauso wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Obwohl ich letztes Jahr Gott sei Dank keine vorweihnachtlichen Familienstreitigkeiten erleben musste, so stimmte mich anstelle meine Uni, oder besser das allseits gefürchtete Prüfungsamt auf die Weihnachtsstimmung ein. Kurz vor meinen wohlverdienten Ferien bekam ich die Hiobsbotschaft, dass das Thema meiner Abschlussarbeit dringendst eingereicht werden müsste, samt der Bestätigung meines Prüfers und allerlei Drulalala Bestätigungen die mit einem erfolgreichen Antrag verbunden sind. Nun denn überließ ich die alljährliche Entscheidung über die Geschenke für meine Eltern vollends in den Händen meiner Schwester und dachte mir innerhalb einer Woche ein halbwegs akzeptables Thema für meine Bachelor-Thesis aus. Das klingt einfacher als es ist. Hier geht es nicht nur darum, ein Thema zu finden, das schon vom Hören-Sagen in jedem Dozenten die Lust weckt eine 1,XX drunter zu schreiben. NEIN! Durch die etwas umständliche Handhabe, nur eine geringfügige Anzahl Bücher in eine Bibliothek zu stellen, so dass der Bestand grundsätzlich niemals ausreicht um eine Vielzahl Geisteswissenschaftsstudenten zufrieden zu stellen, sollte das Thema ebenso Möglichkeiten bieten, die meisten, ach was rede ich DIE WICHTIGSTEN Bücher direkt in der örtlichen Bibliothek ausleihen zu können. Das ist mir selbstverständlich nicht gelungen, aber ich habe, zumindest literaturwissenschaftlich gesehen, einen großen Bogen um etwaige Feministen-Themen gemacht, die von Frauen so gerne überanalysiert werden. Ob mir das nun teuer oder billig zu stehen kommt, ist noch nicht raus, zumindest aber habe ich es bewerkstelligen können noch vor Jahresende den Antrag samt Unterschrift eines Prüfers und allerlei Drulalala Bestätigungen im Prüfungsamt abzugeben und meine wohlverdienten Ferien in Angriff genommen.

Kaum wieder in Bayreuth angekommen, kam ich dann in leichte Bedrängnis, da mir klar wurde, dass tatsächlich aber auch wirklich nicht ein einziges brauchbares Buch in der Bibliothek steht. Selbst nach dem ich aufgegeben hatte, den Computer mit Schlagwörtern zu füttern und das hundertste mal Graham Greenes seltsame Geschichten als Vorschlag kam, und ich ohne Notationen einfach durch die Bibliothek schlenderte und hoffte das Buch der Bücher würde mir von weitem zurufen, grün aufleuchten oder aus dem Regal fallen fand ich rein garnix. Kein Buch, kein Journal, keine geheimen Botschaften an den Wänden, die mir den Weg in die Unikatakomben wiesen, wo sich die wahrlich guten und brauchbaren Bücher befinden (Ich bin mir sicher, die gibt es!). Nicht einmal einen Ausgang aus der Matrix. Somit war ich leider gezwungen einige Bücher über den Bibliotheksverbund zu bestellen, die im Schneckentempo in der Bibliothek eintreffen. Gott sei dank ist das alles ja gar nicht eilig. So war ich schon beim Einreichen meines Antrags für die Abschlussarbeit so schlau sie erstmal zu verschieben. Stattdessen habe ich einen Auslandstrip nach London und Paris vorgezogen und dort fleißig nach möglichen Ideen für die Arbeit gesucht. Gott sei Dank habe ich auch einige gefunden. Nichts desto trotz stand der 01. Mai als Bearbeitungsstart fest und ich musste endlich gescheite Bücher suchen bzw. finden. Meine Panik, dass die Bücher, die selbstverständlich nicht einmal in der Bibliothek einer anderen Universität, sondern vorerst noch in den Händen irgendwelcher Studenten sind, sind insoweit berechtigt als, dass zumindest 2 der Bücher noch bis Mitte Mai verliehen sind. Aber selbst jetzt hat irgendeine Höhere Macht noch Gnade mit mir. Statt der Bücher sendete mir die betriebswirtschaftliche Fakultät die glorreiche Nachricht, dass ich eine Klausur wiederholen muss und somit hatte ich einen guten wenn auch ärgerlichen Grund meine Bearbeitungszeit erneut zu verschieben. Nun kann ich nur hoffen, dass die Bücher bald in meinen Händen sind. Und, dass es gute, brauchbare Bücher sind.

von Odie - veröffentlicht in: Mission made impossible
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Freitag, 1. mai 2009
 

Oh das Jahr zog schnell ins Land. Nach den ein oder anderen Hochs und Tiefs an der Uni und an der privaten Front hab ich mich gut erholt (?) und bin bereit für allerlei Geschreibsel über viele viele Dinge, die waren, die bevorstehen und die hoffentlich nie wieder passieren, bzw. niemals eintreffen.

Meine Rubriken werden erweitert um so einige Macken im TV und mein ganz persönliches Schmankerl: Mein obligatorisches Vorhaben: meine Abschlussarbeit. Man sollte meinen, das geht alles reibungslos und zumindest von administrativer Seite her chillig ins Land, aber anscheinend wird mir nicht mal in meinem vorerst letzten Semester die nötige Ruhe gegönnt. Die große Fluktuation seitens der Dozenten an meiner Uni tut ihr übriges. Selbstverständlich habe ich vor auch in den anderen Bereichen weiterhin meine Meinung preis zugeben.

Aber bevor ich zu viel verrate und zu viel vorweg nehme, seien hiermit die neuen Rubriken eröffnet.

von Odie - veröffentlicht in: Allgemein
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Montag, 26. mai 2008

Die Zeit rennt. Und das ist leider nicht nur eine von den üblichen Floskeln. Erschreckend. Da bloggt man mal für ne Weile nicht und schwupp sind fast zwei Monate ins Land gezogen. Ich gehöre ja leider zu der Sorte Mensch, die sich ihre Zeit nicht gut einteilen. Statt die Aufgaben und Erledigungen auf eine Woche zu verteilen, um den Stresspegel möglichst niedrig zu halten, kann man auch eine Woche chillen und schwebt dafür einen Tag lang jenseits von Gut und Böse. Allerdings sollte ich meine private Schreiberei endlich mal gut in der Woche unterbringen. Vielleicht kommen demnächst mal ein paar neue Rubriken dazu, mal schaun. Ich sehe einfach mal davon ab, meine Anfänge als Schriftsteller online zu stellen. Nicht, dass ich befürchte, dass mir das jemand klaut, sondern weil es momentan eher noch so gar nicht wirklich uploadfähig ist. Aber auch daran könnte sie ggf. noch viel ändern.

 

Uni sucks, soviel steht fest. Und noch sind nicht alle Aufgaben, die ich mir natürlich auch schon seit Monaten aufhebe und vor mich hin schiebe, bewältigt. Mein neuestes Vorhaben, meinem Körper ein wenig sportliche Betätigung zu gönnen, hat leider noch nicht wirklich Früchte getragen. Zeit ist ein knappes Gut, und die Güterallokation ist ein böses Kapitel. Mein anderes Vorhaben, mir endlich mal einen gescheiten Kerl zu suchen scheitert an anderen Faktoren, aber was nicht ist äh und so. Ich bezweifle nun einfach mal stark, das mir dieses Vorhaben in den nächsten Jahren leicht fallen wird, also ich schweige das Thema einfach mal aus. Aber hier ist Zeit ja eher weniger abhaltend sondern treibender Faktor.

 

Interessanterweise meinen ja Dozenten, sie können einem noch mehr Arbeit aufschwatzen als nötig ist um mir die komplette Woche zu versauen. Wer "Bleak House" noch nicht gelesen hat, ich weigere mich vehement, tolles dickes Buch. Also es ist für mich eigentlich nur toll dick. Was drinsteht habe ich bisher nur vom Hören-Sagen erfahren. Mehr muss auch nicht sein. Meine Version mit 1000 Seiten hat mir unheimlich die Laune versaut, jemals wieder ein Buch von Dickens anzufassen. Wozu auch so viele Charaktere, und vor allem kann man sich denn nicht einfach mal kurz fassen. Da lob ich mir "The Power Book" von Jeanette Winterson. Man muss nicht 1000 Seiten vollklatschen, um Eindruck zu schinden. Vor allem….das Durchschnittsbuch hat ja so zwischen 200 und 300 Seiten. Rein von der Effizienz schneidet Bleak House also einfach nicht gut ab. In der Zeit in der man Bleak House liest, kann man auch 3-4 andere Bücher lesen. Dann mach ich doch lieber das. Mein neuestes Vorhaben, um mir alle Zeit der Welt zu rauben, ist "Die Satanischen Verse" von Salmon Rushie. Der hat sich ja auch nicht kurz fassen können. Aber ich hoffe mal dass die Handlung auf Seite eins beginnt und nicht im vorletzten Kapitel. Ich hab doch keine Zeit!!!!

von Odie - veröffentlicht in: Allgemein
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Freitag, 11. april 2008

Bachelor, ein englischsprachiger Begriff für „Junggeselle“, vom lateinischen „baccalaureus“ kommend, ist die Bezeichnung für meinen unheimlich desaströsen Studiengang. Nach 3 Jahren Credits Points sammeln und auf der Jagd nach dem Seminar, das mich wirklich interessiert, werde ich letztlich meinen Abschluss als Bachelor of Arts (Abgekürzt B.A.) vollenden und endlich in die freie Wirtschaft entlassen. Dann weiß nur Gott oder eben die Bundesagentur für Arbeit (Abgekürzt BA) was aus mir mal wird, bis dahin werde ich mich weiter mit dem Begriff befassen.

 

Schon frustrierend wenn man nach 6 Semestern schuften, nur mäßig als Akademiker bezeichnet wird, und zudem dann auch noch als Junggeselle. Mal ehrlich, das kann man für gewöhnlich auch ohne Studium und unzählige nervenaufreibende Prüfungsphasen. Aber irgendwie schleicht sich bei mir so langsam das Gefühl ein, dass mir der Bachelor auf die Stirn gemeißelt wurde. Irgendwann. Gott sei dank, haben die Deutschen, doch sonst so fleißig im Übersetzen, diesmal richtig gehandelt und den englischen Begriff nicht verändert. Wäre aber auch einfach zu peinlich, bei einem Bewerbungsgespräch sagen zu müssen….“Nein, ich bin kein Diplomand, ich bin Junggeselle“. Klingt nach einem schlechten Witz, für alle, die so wie ich, keine Wahl mehr hatten und genötigt wurden einen Bachelor Studiengang zu belegen, ist es das auch. Penetrante Erniedrigungen seitens Staatsexamler und Diplomanden ertragen zu müssen, schürt nicht nur den Hass unter Studenten, nein es bewirkt auch eine nicht zu unterschätzende Lust allen am Bologna Prozess beteiligten Personen den Allerwertesten wegblasen zu wollen. Nicht genug, dass man im Inland schon belächelt wird, wenn es um Vorstellungsgespräche geht, die man sich als Anglist natürlich auch mit Magisterstudenten geben muss, nein selbst im Ausland ist man nicht allzu begeistert von Deutschen B.A. Studenten. Da freut man sich zwar über den zuckersüßen Versuch der Bologna Fraktion, auch den deutschen Abschlüssen einen globalen Mantel aufdrücken zu wollen, aber da hätte man wohl doch mehr abschauen müssen. Etwas neues einzuführen und dem ganzen dann am Ende einen international bekannten Namen aufzudrängeln, heißt ja noch lange nicht, dass der Name allein eine große Akzeptanz zur Folge hat.

 

Bleibt mir persönlich als Beruflicher Junggeselle nur zu hoffen, dass meine Universität tatsächlich so renommiert ist für ihre Sprachwissenschaftsstudiengänge, wie sie behauptet. Aber auf Behauptungen soll man ja nix geben. Kein Wunder, wenn so viele Studenten wie meinereiner sich reihenweise für Master Studiengänge bewerben. Ja ja, nach dem Junggesellen kommt der Meister. Da gibt man sich lieber das Master Studium für Denkmalpflege, international auch „Heritage Conservation“ genannt, und regelmäßig wechselnden Studienordnungen, als zu einem Junggesellen auf Lebenszeit zu stehen. Das steht mir allerdings bevor. Beruflich auf jeden Fall, mein Ehrgeiz mir noch weitere 2  oder mehr Jahre an irgendeiner Uni zu geben, ist recht äh dünn, wenn nicht gar abhanden gekommen.

Privat zeichnet sich auch schon ein Ewigkeitsvertrag mit der Einsamkeit ab. Letzteres stört nicht allzu sehr, IKEA hat für alles die perfekten Wohnideen und solange ein Tegut in meiner Nähe ist, finde ich immer eine Singleportion. Das Gute ist ja, im Privaten Bereich, ist man ja eigentlich Junggeselle und Meister in einem, drum brauch einem ja auch der Aufstieg nicht mehr scheren --- es kann nur schlimmer werden.

von Odie - veröffentlicht in: Uni
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Freitag, 11. april 2008

Wer hat gesagt, schlafen kann jeder? Das klingt nach Leichtigkeit, schon gar genetisch vorbestimmt. Wahrscheinlich isses sogar so gedacht, dass der Mensch einfach mal so schläft. Soll ja gesund sein. Warum ich allerdings zu der Sorte Mensch gehöre, die lieber Wach bleiben, und sich von einer Ecke in die Andere drehen und selbst bei den größtmöglichen Anflügen von psychischer Erschöpftheit kein Auge zumachen können, weiß ich nicht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass mein Körper mittlerweile andere Wege gefunden hat, um auch mich in eine Art Ruhephase zu versetzen, damit meine Organe und vor allem die Nerven eine anständige Prise Silenzia genießen dürfen. Das nennt man dann Tagtraum. Passiert überall. Das sind dann die Leute, die im Radio als Geisterfahrer bezeichnet werden und Angst und Schrecken verbreiten. Gott sei Dank, schaltet sich mein Gehirn immer noch von selbst an und somit gehöre ich nicht zu dieser Risikotruppe. Aber anscheinend, leiden einige unter Schlafmangel.

 

Da ich des Nachts ja nicht schlafen kann, muss ich meine Tiefschlafphase auf morgens verschieben, wenn mein Geist dann so richtig im Arsch ist, und die Traumphase einige Überraschungen bereit hält. Dafür ist auch diese Kategorie gedacht. Einmal, damit ich schwarz auf Weiß endlich festhalten kann, was mein Gehirn mir nachts für grauenhafte Bilder übermittelt, zweitens damit sich der Rest daran belustigen kann.

 

Den ersten fabulösen Traum meines Lebens hatte ich vor unendlich vielen Jahren, aber ich kann mich heute noch genauso daran erinnern, wie damals am Tag danach. Ich hätte es niemals meiner Familie erzählen sollen, denn ich werde heute noch veräppelt, öffentlich, hinterlistig, gefolgt vom größten Gelächter. Die wissen genauso wie ich, dass der Traum ein höheres Zeichen meines psychischen Status war und so lachte man wohl lieber, als sich tatsächlich Gedanken über meinen Zustand zu machen. Ich träumte ich sei ein Radieschen und wurde irgendwann von einem Riesen auf einer Wiese aufgegabelt. Dieser Riese hatte nichts besseres zu tun, als ein Stück von mir abzubeißen. Dann warf er mich weg und ließ mich abgebissen da liegen.

 

Wie es sich so anfühlt ein Gemüse zu sein und Opfer einer so niederträchtigen Aktion zu werden, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich Radieschen seither mit anderen Augen betrachte und ich habe seit damals auch keine mehr gegessen. Woran das wohl liegt? Gottlob träume ich nicht mehr davon aufgefressen zu werden, aber so von der Grundsubstanz sind alle Träume gleich. Irgendwie bin ich immer der Depp.

 

von Odie - veröffentlicht in: Mitten in der Nacht
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